Der Teilzeit-Ingenieur

"Warum ich als Ingenieur in Teilzeit arbeite und warum das einer meiner besten Entscheidungen war?"


   Im Jahr 2008 - also vor fast 10 Jahren - habe ich eine der besten Entscheidungen in meinem Leben getroffen. Ich war zu der Zeit als Teamleiter in der Entwicklung angestellt, und reduzierte meine Arbeitszeit auf 20 Stunden pro Woche:  

   Wie du auf dem Foto sehen kannst, war es der 01.12.2008, an dem mein "neues Leben" begann. Plötzlich "nur" noch 2,5 Tage die Woche zu arbeiten, veränderte eine ganze Menge in meinem Leben. Dazu komme ich später.

   Um ehrlich zu sein, war dieser Schritt kein einfacher. Bis ich diese Entscheidung getroffen hatte und die ersten konkreten Schritte in die Wege geleitet hatte, waren viele Zweifel in meinem Kopf, die mich lange Zeit lähmten! Wie zum Beispiel: 

Meine Zweifel zum Thema "Teilzeit":
  • Wird mein Arbeitgeber einer Teilzeit-Stelle überhaupt zustimmen und falls nicht, mußte ich allein schon deshalb Nachteile befürchten, da ich signalisiert hatte, weniger Arbeiten zu wollen?  
  • Wenn es wirklich klappen sollte, würde das berufliche Konsequenzen haben? Werde ich zum Beispiel weiter an spannenden Themen arbeiten können oder komm ich auf's Abstellgleis?
  • Wie werden meine Kollegen reagieren, wenn ich nur noch 2,5 Tage die Woche im Büro bin? Werden sie "neidisch" sein und könnte das Auswirkungen auf unsere Zusammenarbeit haben?
  • Kann ich beruflich noch "voll mithalten", wenn ich nur noch die Hälfte der Zeit anwesend bin, oder werde ich langsam "abgehängt"?
  • Wird das Teilzeit-Gehalt ausreichen? Auch dann, wenn sich an meiner Lebenssituation etwas ändert (zu der Zeit war ich Single und hatte noch keine Familie und Kinder)?
  • Habe ich als Teilzeit-Ingenieur überhaupt noch die Chance wieder einmal Vollzeit zu arbeiten, falls es zum Beispiel finanziell notwendig wäre?
  • Und falls ich eine neue Stelle suchen wollte, wäre die Teilzeit Stelle dann ein Hindernis?

   Du siehst es gab viele, viele Fragen in meinem Kopf, die mich ungewiss machten, ob ich diesen Schritt wirklich gehen sollte. 

Meine Ausgangslage:

   Vielleicht fragst du dich, was überhaupt meine Ausgangslage war und warum ich "weniger Arbeiten" wollte?

   Hier ein paar Hintergründe: Ich habe Elektrotechnik studiert. Mit 23 Jahren das Studium abgeschlossen und danach als Entwicklungsingenieur in Vollzeit gearbeitet. Das war im Jahr 2000.

   Es folgten 7 spannende Jahre in der Entwicklung, wobei auch die ersten Projektleiter Aufgaben dazukamen. Aus meinem Umfeld hörte ich immer wieder, das ich doch bestimmt ein "guter Teamleiter" wäre.

   Also dachte ich mir, ich sollte das probieren, und bekam im Jahr 2007 eine Teamleiter-Stelle im Automotive Bereich. Ab da bestand mein Arbeitsalltag meist darin, in Sitzungen zu sein, diese zu leiten, To-Do Listen zu füllen und Aufgaben an das Team zu delegieren.

   Nach einigen Monaten fiel mir auf, dass ich nicht mehr so viel Spaß an meinem Job hatte, wie es "früher" als Entwickler der Fall war. In 2008 kam dann ein plötzlicher, unerwarteter Knall.

   Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, denn es hat nicht direkt etwas mit meinem Job zu tun. Aber um es kurz zusammen zu fassen: Völlig unerwartet musste ich mich einer komplizierten Not-Operation unterziehen, die alles auf den Kopf stellte.

   Von heute auf morgen wurde ich unerwartet aus dem Arbeitsalltag rausgerissen und lag im Krankenhaus und war danach für einige Wochen zu Hause. Diese Zeit war nicht einfach. Ich stellte eine Menge Dinge in meinem Leben in Frage:

Was war mir wirklich wichtig? Was will ich mit meinem Leben noch anfangen?

   Wenn ich es in einem Bild beschreiben müßte: Es war wie ein plötzliches Gewitter an einem schwülen und heißen Sommertag. Das Gewitter kam plötzlich und war heftig. Aber die Ruhe und die Kühle danach, hatte etwas frisches, friedliches und ruhiges in mir ausgelöst.

   An meinem "ersten Arbeitstag" begrüßte mich ein Kollege mit den Worten: "Ich war mir sicher, das war's für dich und wir sehen dich nie wieder."

   Nun, da war ich wieder - aber gewiss nicht der "alte". Ich hatte eine neue und extrem wichtige Erfahrung gemacht: "Dein Leben kann sehr schnell vorbei sein". Und diese Erkenntnis hatte auch in meinem Kopf einiges verändert.  

Soll ich wirklich in Teilzeit arbeiten? 

   In der Zeit im Krankenhaus und zu Hause kam der erste zaghafte Wunsch auf, weniger arbeiten zu wollen. Ich analysierte zuerst, wieviel ich eigentlich zum Leben brauchte.

   Auf diesen Betrag schlug ich noch einen Puffer für Investments und Altersvorsorge mit darauf und so kam ich auf die 20 Stunden pro Woche.

   Damals stand im Mittelpunkt meiner Gedanken: Ich kann meine Arbeitsstunden so weit reduzieren, wie es meine Lebensausgaben zulassen. D.h. wenn ich weniger Arbeiten möchten, muß ich auch weniger Geld ausgeben.

   Nun heute, mit einiger Erfahrung mehr ( inzwischen auch als Unternehmer, aber dazu später etwas mehr ) will ich noch hinzufügen: Man kann auch sein Einkommen pro Arbeitsstunde deutlich steigern, in dem man zum Beispiel:

1.) Sein Vermögen gewinnbringender investiert.
2.) Als Unternehmer mehr Geld in kürzerer Zeit verdient.

   Aber zurück zu der 20 Stunden - Kalkulation. Die Einnahmen/Ausgaben Analyse war der einfache Teil der Aufgabe. Weitaus schwieriger war der andere Teil, diesen "Teilzeit-Wunsch" dann in die Realität umzusetzen.

   Nun es ist halt wie so oft im Leben: "Eine Idee ist nichts Wert, solange sie nicht in die Realität umgesetzt wird". Ich will an dieser Stelle nicht zu sehr ins Detail gehen, wie diese Teilzeit Stelle dann Realität wurde und welche Hürden ich noch zu nehmen hatte.

   Falls dich das interessiert und du selbst mit dem Gedanken spielst, deine Arbeitsstunden zu reduzieren, dann verrate ich dir am Ende des Artikels gerne mehr darüber, wie ich dir eventuell helfen kann.  

Der Beginn meines Teilzeit-Lebens

   Wie du ja schon zu Beginn erfahren hast, hat es 2008 dann mit meiner Teilzeit-Tätigkeit geklappt. Mit dem Teilzeit-Wunsch habe ich im gleichen Schritt auch den Wunsch geäußert wieder als Entwickler zu arbeiten.

Denn eine neue Erkenntnis hatte ich nun gewonnen: "Nicht alles, was man gut kann, macht einem auch Spass". Der Aufgabenwechsel war wohl der zweitbeste Aspekt der ganzen Sache. Denn schnell war wieder die Freude an den Entwickler-Aufgaben da. 

   Und zusätzlich hatte ich plötzlich mehr "freie" Zeit. Wow - was für ein Geschenk. Die Woche hat 7 Tage. Und 4,5 von diesen Tagen "gehörten" plötzlich mir. Kein Termindruck. Keiner der mir sagte, was ich machen musste oder was ich nicht machen darf. Das war ein tolles, neues Gefühl der Freiheit.

   Ich erholte mich auch immer besser von den Folgen der Operation. Das erste Mal in meinem Leben buchte ich einen Personal Trainer, der mir half, um sportlich wieder fit zu werden.

   Im Krankenhaus hatte ich mir schon ein sportliches Ziel gesetzt, dass ich einige Monate später dann auch erreichte. Eine 120 km Bike-Tagestour nach Straßburg / Frankreich. 

   Ich machte also mehr Outdoor-Sport, und machte in der restlichen Zeit die Dinge, auf die ich Lust hatte. Zu der Zeit probierte ich einiges im Internet aus. Nun, als Entwickler fand ich das extrem spannend.

   Eines der ersten Projekte war eine Selbstbau-Anleitung für ein technisches Gerät (im Videoproduktions-Bereich), dass ich kostenlos ins Internet zum Download zur Verfügung stellte.

   Je mehr ich mich mit dem Thema "Internet" beschäftigte, desto mehr stellte ich fest, dass ich mit meinen Hobby-Projekten auch Geld verdienen konnte. Von zu Hause aus. Ohne Termindruck. Dann wann ich Lust hatte. Zum Beispiel: Bei tollem Wetter nach draußen. Bei Regen an den Rechner.

   Eine der wichtigsten Lektionen auf dieser "Reise" lernte ich wohl an jenem Tag, als ich vor der Wahl stand einen Online-Kurs in den USA zum Thema "Online-Marketing" zu buchen.
 
   Knapp 2.000.-€ Dollar für "ein paar Videos" und "Anleitungen" ? Und dann noch zum Thema "Marketing"? Die meisten Ingenieure haben ja so ihre Meinung, zum Thema "Marketing".

  Ziemlich viel, dachte ich im ersten Moment! Als Entwickler hatte ich bisher immer alles "selbst entdeckt". War es nicht viel günstiger, alles selbst auszuprobieren und selbst zu entdecken?

   Zum Glück habe ich das Geld ausgegeben und den Kurs gebucht. Es hat mich mental auf jeden Fall vom "Entwickler" (der ich liebend gerne bin) zum unternehmerisch denkenden Menschen gemacht. Und mir auch neue Einkommens-Potentiale eröffnet.

   Ich erzähle das vor allem deshalb, weil ich ohne meine Teilzeit-Stelle wohl nie dahingekommen wäre, mich Unternehmerisch zu betätigen. 

Wie sieht mein Leben 2018 aus?

   Vielleicht fragst du dich, wo ich heute, 2018 - also fast 10 Jahre nach meinem Teilzeit-Beginn stehe und wie mein Leben aussieht?

Viele meiner Bedenken, die ich zu Beginn hatte, sind nicht eingetroffen:

  • Ich arbeite immer noch als Teilzeit-Ingenieur (3 Tage pro Woche) und darf an spannenden Themen arbeiten. 
  • Ich habe inzwischen meine Arbeitsstelle gewechselt. Meine Kollegen meinten, das würde in Teilzeit bestimmt nicht gehen. Nun, vieles ist möglich, wenn man es wagt.
  • Mehrmals wurde ich schon gefragt, ob ich nicht wieder in Vollzeit arbeiten möchte, was ich bisher immer verneint habe.
  • Meine Lebenssituation hat sich verändert: Ich habe inzwischen Frau und Kind und arbeite immer noch in Teilzeit und bin an 4 Tagen in der Woche zu Hause. :-) 

   Und statt "Probleme" hat die Teilzeit-Tätigkeit völlig neue Möglichkeiten ermöglicht, die nie so geplant oder auch möglich gewesen wären:

   Meine Online-Projekte, verwalte ich inzwischen in meiner eigenen GmbH. Und ich liebe es, dass ich selbst bestimmen kann, wann und wieviel ich daran arbeiten möchte.

   Meine Online-Marketing Kenntnisse gepaart mit meinen technischem Know-How, ermöglicht es mir automatische Systeme zu schaffen, die Einkommen ermöglichen, auch wenn ich mal (längere Zeit) nicht an den Projekten arbeite.

   In dem ersten Jahr, als meine Tochter geboren wurde, habe ich zum Beispiel fast gar nicht an meinen Online-Projekten gearbeitet und die Projekte haben trotzdem schöne Gewinne für mich erwirtschaftet.

   Heute morgen, an meinem "freien Mittwoch", habe ich mit meiner Tochter auf dem Fußboden Lego gespielt. Und meine Frau und ich meinten, das es ein großes Geschenk ist, dass ich 4 Tage in der Woche zu Hause mitverfolgen kann, wie meine Tochter heranwächst. (Meine Frau ist momentan Vollzeit-Mama).

   Und jetzt ist gerade 17 Uhr. Ich bin seit zwei Stunden hier oben bei mir im Büro und habe an diesem Text gearbeitet, um von meinem Weg zum Teilzeit-Ingenieur und zum Unternehmer zu berichten.  

Möchtest du auch in Teilzeit arbeiten?

   Vielleicht bist du auch Ingenieur - möglicherweise bist du aber auch Unternehmer - und hast den dringenden Wunsch weniger zu arbeiten?

   Wenn ja, möchte ich dich zu einer kostenlosen 30 minütigen Coaching Session "Weniger Arbeiten - mehr Leben" per Skype einladen. Wir können darüber sprechen:

• Warum du diesen Teilzeit-Weg gehen willst?
• Welche Hindernisse dir momentan noch im Wege stehen?

   Danach wirst du mehr Klarheit haben, was dir eine Teilzeit Stelle bringen wird, und ob sich dieser Weg für dich lohnt und du ihn wirklich gehen willst?

   Damals als ich vor dieser Entscheidung stand, hätte ich gerne jemand gehabt, mit dem ich über "meinen Teilzeit" Plan hätte sprechen können. 

   Nutze jetzt diese Chance. Es ist momentan noch kostenlos. Ich werde pro Woche max. 2 Termine anbieten. Es kann daher sein, dass es etwas Wartezeit gibt.

   Bitte melde dich jetzt mit deiner Email und deinem Vornamen an, und ich schicke dir dann gleich ein Formular zu, dass du bitte ausfüllst.


P.S.: Ich freue mich dir schon bald zu helfen, auch in Teilzeit zu arbeiten!

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